Frage:
“Unter welchen Bedingungen ist das Behaglichkeitsempfinden in einem Wohnzimmer, einem Kinderzimmer, am größten?”
Ob man sich in Räumlichkeiten wohl oder nicht wohl fühlt, hat viele Ursachen und ist an viele “Bedingungen” geknüpft. Zwischenmenschliche “Atmosphäre” mal ausgenommen und auch die Art der Raumgestaltung, bzw. Einrichtung, spielen beim Wohlfühlklima folgende Kriterien eine sehr wichtige Rolle:
- Raumbelichtung
- Zimmertemperatur
- Raumluftfeuchte
- Zimmerbelüftung
- Zimmerlautstärke
Jedes dieser Kriterien kann das Wohlfühlklima in einem Raum sehr starl beeinflußen und zwar unabhängig von den anderen. Jeder dieser Punkte hat gesundheitliche Auswirkungen.
Belichtung
Grundsätzlich sollte die Fensterfläche 1/8 der Raum-Grundfläche nicht unterschreiten um diesen mit ausreichend Tageslicht zu versorgen.
Ungenügend große oder auch durch Gardinen stark verdeckte Fensterflächen wirken sich am Tage neagtiv auf die Psyche aus.
Nach Anbruch der Dunkelkeit ist indirektes, nicht blendendes und gedämpftes Licht hervoragend in der Lage Gemütlichkeit zu schaffen.
Direktes und sehr helles künstliches Licht ist vielleicht sinnvoll auf Arbeitsflächen und an Arbeitsplätzen, aber nicht um Gemütlichkeit aufkommen zu lassen. Aber selbst direktes Licht sollte immer so gehalten werden, dass es niemals blendet.
Temperatur
Die Temperatur ist ein sehr wesentlicher Faktor für das Wohlgefühl. Grundsätzlich brauchen Frauen aufgrund ihrer Physiologie nachweislich etwas höhere Raumtemperaturen als Männer.
Ob man sich bei z.B. 20 Grad Raumtemperatur wohl fühlt ist jedoch von vielen Faktoren abhängig. Je kälter die Raumoberflächen z.B. (besonders bei schlecht gedämmten Häusern), desto höher muß die Raumtemperatur sein um sich grundsätzlich wohl zu fühlen. Das hängt von dem Wärmeentzug des Körpers zu den raumumgebenden Wand-Decken und Bodenflächen ab. Je besser das Haus gedämmt ist, je geringer die Wärmeleitfähigkeit die raumumschließenden Materialien und um so näher die Oberflächentemperatur der raumumschließenden Bauteile denen der Raumtemperatur kommt, desto behaglicher fühlt man sich. Bei hochwärmegedämmten Räumen fühlen Sie sich vielleicht schon bei 20 Grad Raumtemperatur wohl, während Sie sich bei schlecht gedämmten Räumen dieses Empfinden erst bei 22 Grad und mehr haben.
Ist der Temperaturbedarf durch die minderwertigen Bauteile sehr hoch und möchte man dennoch Energie sparen, so hilft in dem Fall nur entweder eine höhere körperliche Aktivität, dickere Kleidung (inkl. Hausschuhe oder dicke Strümpfen) oder eine Decke, wenn man sich hauptsächlich sitzend im Raum aufhält.
Räume sollten natürlich grundsätzlich stets je nach Auffenthaltsdauer und Nutzen geheizt werden. Der Heizbedarf und die Höhe der Temperaturen ist wesentlich davon abhängig. Das Wohnzimmer mind. 20 Grad, Küche mind. 18, Schlafzimmer niemals unter 16, Kinderzimmer mind. 21 Grad (Nachts ca. 18), Flure, Abstellräume und WC gar nicht und das Bad ca. 30 Minuten vor Nutzung auf ca. 22 Grad vorheizen.
Da die Oberflächentemperaturen von Fliesen, Laminat und Steinfußböden immer sehr viel niedriger sind als die von Teppichböden, Parkett, Kork, Dielen oder auch Linoleum bzw. PVC, empfehlen sich diese auf keinen Fall im Kinderzimmer und auch nicht in Bereichen in denen man häufig barfuß oder auf Strümpfen unterwegs ist. Kalte Bodenbeläge verschließen die Bronchien.
Das Argument Hausstaub im Kinderzimmer und deshalb Laminat “zieht” nicht, da dieser bei glatten Belägen ständig aufwirbelt und nicht wie bei Teppichböden gebunden wird. Sollte aus Gründen der Pflege dennoch auf Teppichboden verzichtet werden, so empfiehlt sich im Kinderzimmer Kork oder Linoleum, solange der Fußboden als Spielfläche dient.
Fußbodenheizung ist im Kinderzimmer auf keinen Fall zu empfehlen, so lange die Kinder noch auf dem Fußboden spielen ! Auch diese wirbelt durch die Thermik Staub auf und bringt diesen dadurch eher in die Atemwege. Übrigens mögen auch Haustiere keine geheizten Fußböden.
Luftfeuchte
Auch die Luftfeuchtigkeit spielt beim Wohlgefühl eine erhebliche Rolle.
50% relative Luftfeuchte bei 16,5-25.5 Grad Raumtemperatur ist als optimal anzusehen. Je wärmer der Raum, desto geringer kann die Luftfeuchte sein.
Bei zu hoher Luftfeuchte ist jedoch Tauwasserbildung eine Gefahr. Schimmelpilz ist u.a. ein Resultat dessen, in Verbindung mit wärmetechnisch schlechten Bauteilen und minderwertiger Lüftung.
Eine höher Luftfeuchte erhalten Sie durch optimales Lüften (Stoßlüftung) und offene Wasserschalen in Nähe der Heizkörper. Auch Pflanzen in Maßen bringen ein angenehmes Wohn-Feuchte-Klima.
In Schlafzimmern sollte man allerdings auf Zimmerpflanzen aufgrund der Kohlenstoffdioxydabgabe in den Nachtstunden verzichten.
Lüftung/Luftreinheit
Regelmäßiges Lüften oder eine kontrollierte Lüftung ist sehr sehr wichtig um ein gesundes Raumklima zu gewährleisten. Ebenso ist Zugluft zu vermeiden.
Jeder Raum sollte mindestens 1 mal am Tag so gelüftet werden, dass ein vollständiger Luftaustausch erfolgen kann. Je kälter die Aussenluft im Verhältnis zur Rauminnentemperatur, desto schneller erfolgt beim Lüften der Luftaustausch. Das bedeutet: Im Winter genügt ca. 5 Minuten Lüften, während es im Sommer schon 30 Minuten sein können. Wichtig ist auf jeden Fall das Fenster ganz zu öffnen ! Zugluft fördert die Schnelligkeit des Luftaustausches. Achten Sie bitte auch darauf, dass Möbel nicht zu nah an den Wänden stehen. Mindestens 2-4 cm Abstand sind hier ratsam. So wird auch der Bereich dahinter belüftet und die Gefahr von Schimmelbildung ist geringer.
In Kinder- und Wohnzimmern empfehlen wir nach längerer Nutzung von PC und/oder Fernseher den Raum kurz danach komplett zu lüften. Durch die Geräte wurde ungesunde Wärme produziert und Staub verbrannt.
In Schlafzimmern und Kinderzimmern sollte man auch auf Zimmerpflanzen aufgrund der Kohlenstoffdioxydabgabe in den Nachtstunden verzichten.
Ansonsten sind viele Zimmerpflanzen ideal zur Verbessung der Raumluft.
Mit Tieren in Wohnräumen und deren Unterkünften (Stroh, Heu, etc.) sollte man vorsichtig sein. Ratsam ist es auf jeden Fall sie nicht in Schlafräumen oder im Kinderzimmer zu halten.
Zimmerlautstärke/Zimmerakkustik
Räume die stark hallen oder in denen die Geräuschentwicklung sehr hoch ist wirken sich negativ auf das Wohlbefinden aus. Aus einer hohen Geräuschentwicklung kann somit Lärm entstehen. Lärm beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern führt auf Dauer auch zu gesundheitlichen Schäden. Starker kann Lärm kann sogar schmerzhaft sein. Allerdings ist das Geräuschempfinden zumeist subjektiv und sit auch vom jeweilig momentanen psychischen Zustand geprägt.
In Büro-, Versammlungs- oder Wohnräumen sollte der Schallpegel nicht höher als 40 dB sein.
Ebenso ist es ratsam die Wände und Böden nicht komplett mit oberflächenglatten Materialien zu “versiegeln”, sprich besser mit oberflächenrauhen Materialien, Gardinen, Teppichen und nicht zu wenigen Möbeln zu versehen. Dieses führt dann dazu, dann keine Hallwirkung entsteht und Schall geschluckt werden kann.
Ra.T.
53.116033
9.226753